Eine pulverbeschichtete Fassade gilt als besonders langlebig, farbstabil und widerstandsfähig. Gerade deshalb werden erste Verschmutzungen häufig unterschätzt. Feine Staubschichten, Abgasrückstände oder dunkle Ablaufspuren wirken zunächst harmlos. Mit der Zeit entsteht jedoch ein matter Schleier, der die Optik des Gebäudes deutlich beeinträchtigt, obwohl die Beschichtung technisch noch intakt ist.
Genau hier liegt das Risiko: Wer eine pulverbeschichtete Fassade reinigen möchte und dabei zu viel Druck oder aggressive Chemie einsetzt, beschädigt unter Umständen unbemerkt die schützende Oberfläche. Die Folge sind Farbverlust, Glanzminderung und eine beschleunigte Alterung. Entscheidend ist daher ein kontrolliertes, materialgerechtes Vorgehen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Anstrichen handelt es sich bei einer Pulverbeschichtung um einen industriell aufgebrachten Schutzfilm. Ein trockener Polymerpulver wird elektrostatisch auf das vorbereitete Metall aufgetragen und anschließend eingebrannt. Dabei verschmelzen die Partikel zu einer geschlossenen, gleichmäßigen und porenarmen Oberfläche.
Das Ergebnis ist eine widerstandsfähige Schutzschicht, die:
Diese Schutzfunktion bleibt jedoch nur erhalten, wenn die Oberfläche nicht mechanisch oder chemisch überbeansprucht wird.
Pulverbeschichtungen bestehen aus einer Polymermatrix auf Basis von Polyester-, Epoxid- oder Hybridharzen. Diese sorgen für Witterungsbeständigkeit und mechanische Stabilität. Pigmente gewährleisten Farbintensität und UV-Stabilität. Füllstoffe und Additive erhöhen Schlagfestigkeit, Kratzbeständigkeit und Alterungsresistenz.
Es handelt sich also um ein fein abgestimmtes Mehrkomponentensystem. Jede unsachgemäße Reinigung greift dieses System an und kann seine Schutzwirkung nachhaltig schwächen.
Auch bei technisch einwandfreien Oberflächen treten im Laufe der Jahre sichtbare Ablagerungen auf. Diese werden häufig als Materialverschleiß interpretiert, obwohl es sich meist um normale Umwelteinflüsse handelt.
Wer eine pulverbeschichtete Fassade reinigen möchte, sollte zunächst verstehen, welche Arten von Verschmutzungen typisch sind und wo sie bevorzugt entstehen. Entscheidend sind Standort, Gebäudearchitektur und Witterungseinflüsse:
Aus diesen Faktoren ergibt sich fast immer ein ungleichmäßiges Verschmutzungsbild, selbst wenn die Beschichtung selbst völlig intakt ist.
In urbanen und industriell geprägten Regionen lagern sich kontinuierlich feine Schwebstoffe aus der Luft auf der Oberfläche ab. Mit der Zeit entsteht ein grauer oder leicht dunkler Schleier, der besonders auf hellen und matten Fassaden sichtbar wird.
Ursache:
Dauerhafte Ablagerung von Mikrostaub, Feinstaub und Aerosolen.
Erscheinungsbild:
Gleichmäßiger, matter Film mit Verlust der optischen Frische.
Typische Bereiche:
Großflächige, glatte Paneele, helle Fassadenelemente, straßenseitige Ansichten.
Vertikale Streifen entstehen, wenn Niederschlagswasser nicht flächig, sondern entlang bestimmter Bahnen abläuft. Dabei nimmt das Wasser Staub und Salze auf. Nach dem Verdunsten bleiben sichtbare Rückstände zurück.
Ursache:
Ungleichmäßiger Wasserabfluss und Rückstände nach Verdunstung.
Erscheinungsbild:
Vertikale Streifen, Schlieren oder dunklere Bahnen.
Typische Bereiche:
Unterhalb von Attiken, Gesimsen und Vorsprüngen, an Anschlussstellen sowie rund um Befestigungspunkte.
In der Nähe von Straßen, Parkplätzen oder Ladezonen wird die Fassade verstärkt durch Abgasaerosole und feine Rußpartikel belastet. Diese Verschmutzung haftet intensiver als gewöhnlicher Staub und bildet mit der Zeit einen hartnäckigen Film.
Ursache:
Feine Ruß- und Abgaspartikel verbinden sich mit Feuchtigkeit und haften dauerhaft an der Oberfläche.
Erscheinungsbild:
Dunkler, teilweise klebriger Belag, oft fleckig.
Typische Bereiche:
Sockelzonen, Einfahrten, Parkflächen, Ladebereiche sowie die wetterzugewandte Gebäudeseite.
Helle Flecken oder Schleier entstehen, wenn Wasser mit gelösten Mineralien auf der Oberfläche verdunstet. Besonders bei kalkhaltigem Wasser oder in Bereichen mit wiederkehrender Durchfeuchtung sind diese Rückstände deutlich sichtbar.
Ursache:
Verdunstung von Wasser mit mineralischen Bestandteilen.
Erscheinungsbild:
Weißliche Schlieren, helle Flecken oder lokale Aufhellungen.
Typische Bereiche:
In der Nähe von Fallrohren, regelmäßig benetzten Zonen und geschützten Fassadenbereichen mit geringer natürlicher Reinigung.
In der Praxis verschmutzen selten komplette Fassadenflächen gleichmäßig. Betroffen sind meist bestimmte Zonen, in denen Feuchtigkeit und Schmutz schneller akkumulieren.
Ursache:
Geringe Regenabspülung, erhöhte Feuchtebelastung und Ansammlung von Staub und Salzen.
Erscheinungsbild:
Kontrastreiche Bereiche, Fleckigkeit, optisch ungleichmäßige Alterung.
Typische Bereiche:
Nischen, Anschlussfugen, Übergänge, unter Vordächern sowie im unteren Fassadenbereich.
Eine Eigenreinigung kann bei kleinen, gut zugänglichen Fassadenflächen im Erdgeschoss sinnvoll sein.
Wichtig:
Vor jeder Reinigung sollte eine unauffällige Testfläche angelegt werden. Nur wenn dort keinerlei Glanzveränderung, Farbabweichung oder Mattierung entsteht, kann vorsichtig weitergearbeitet werden.
Sobald größere Flächen, stärkere Verschmutzungen oder schwer zugängliche Bereiche betroffen sind, ist eine professionelle Reinigung mit kontrollierter Niederducktechnik deutlich sicherer.
Reinigen Sie nicht bei direkter Sonneneinstrahlung.
Die Oberflächentemperatur sollte möglichst unter 25 °C liegen, da Reinigungsmittel sonst zu schnell antrocknen und Flecken verursachen können.
Bei leichten Verschmutzungen genügt:
Verzichten Sie unbedingt auf:
Pulverbeschichtungen reagieren empfindlich auf falsche Chemie. Schäden zeigen sich oft erst zeitversetzt.
Wenn stärkerer Druck notwendig wird, sollte die Reinigung abgebrochen werden. Genau hier entstehen später sichtbare Glanzunterschiede.
Unmittelbar nach der Reinigung mit reichlich klarem Wasser nachspülen.
Rückstände können langfristig Ablagerungen oder Korrosionsprozesse fördern.
Mit einem weichen Tuch oder einem Fensterabzieher nachtrocknen, um Kalkflecken und Wasserläufer zu vermeiden.
Eine Eigenreinigung ist nicht geeignet bei:
Gerade bei pulverbeschichteten Aluminiumfassaden führt ungleichmäßiges Arbeiten schnell zu dauerhaften optischen Veränderungen.
Eine pulverbeschichtete Fassade wird fachgerecht nicht „mit Kraft“ gereinigt. Ziel ist nicht nur, Verschmutzungen zu entfernen, sondern die werkseitige Struktur, den Farbton und die Schutzfunktion der Beschichtung vollständig zu erhalten. Genau nach diesem Prinzip arbeitet die professionelle Methode von Purify.
Für Pulverbeschichtungen kommen neutrale bis mild-aktive Reiniger zum Einsatz, die gezielt den Schmutz lösen, nicht aber die Beschichtung angreifen.
Grundprinzipien der Auswahl und Anwendung:
Nach dem Lösen der Verschmutzungen werden diese nicht „abgeschlagen“, sondern sauber und materialschonend abgespült.
Bei Purify wird dafür konsequent die Niederdrucktechnik eingesetzt:
Wasser dient dabei ausschließlich als Spülmedium, nicht als Werkzeug zur „Oberflächenbearbeitung“
Das Purify-Verfahren ist nicht auf einen kurzfristigen Wow-Effekt um jeden Preis ausgelegt, sondern auf Werterhalt und Substanzschutz.
Die Vorteile dieses Ansatzes:
Pulverbeschichtungen sind robust, aber empfindlich gegenüber typischen Fehlern: zu hoher Druck, abrasive Hilfsmittel und aggressive Chemie führen oft zu Mattierung, Fleckenbildung und schnellerer Alterung. Der sichere Weg ist eine schonende Vorgehensweise mit Testfläche, geeigneter Chemie und kontrolliertem Abspülen. Eine lokale Eigenreinigung ist grundsätzlich möglich, aber nur in kleinen Bereichen und immer mit Probebehandlung und Beurteilung nach vollständigem Abtrocknen.