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Rote Streifen an der Hauswand: Was sind Rotalgen und wie gefährlich sind sie?

Rötliche bis rostbraune Streifen an der Fassade wirken beunruhigend, sind aber in aller Regel harmloser, als sie aussehen. Dahinter stecken fast immer sogenannte Rotalgen. Sie sind für Menschen und auch für Haustiere völlig ungefährlich und schädigen die Wand nicht unmittelbar. Ernst nehmen sollten Sie den Belag trotzdem, denn er ist ein deutliches Zeichen für dauerhafte Feuchtigkeit an der Wand und kann über die Jahre der Wegbereiter für hartnäckigeren und schädlicheren Bewuchs werden.
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Rote Streifen an der Hauswand: rötlich-lachsfarbene Rotalgen laufen unterhalb der Fensterbänke über den hellen Putz.

Dieser Ratgeber erklärt, was Rotalgen wirklich sind, warum sie in Streifen und ausgerechnet an modernen Häusern auftreten, wie gefährlich sie tatsächlich sind und wie Sie sie dauerhaft wieder loswerden.

Was sind Rotalgen eigentlich?

Die wohl größte Überraschung zuerst: Rotalgen an der Hauswand sind biologisch gar keine echten Rotalgen. Es handelt sich fast immer um Grünalgen der Gattung Trentepohlia, die nur rot aussehen. Der Grund liegt in ihren Farbstoffen. Diese Algen lagern große Mengen roter bis oranger Carotinoide ein, also dieselbe Pigmentgruppe, die auch Möhren und Hagebutten ihre Farbe gibt. Diese roten Pigmente überdecken das grüne Chlorophyll so vollständig, dass die Alge rostrot statt grün erscheint.

Wichtig zu wissen: Die rötliche Färbung hat nichts mit Rost oder Eisen zu tun. Wer rostbraune Schlieren an der Wand sieht, denkt schnell an auswaschendes Metall, doch bei flächigen, leicht samtigen Verfärbungen handelt es sich fast immer um diesen biologischen Belag.

Die Carotinoide haben für die Alge einen handfesten Nutzen: Sie wirken wie ein natürlicher Sonnenschutz, schützen die Zellen vor starker UV-Strahlung und machen sie zugleich widerstandsfähig gegen Trockenheit und Temperaturschwankungen. Genau das macht Rotalgen so besonders.

Warum treten Rotalgen oft dort auf, wo man sie nicht erwartet?

Klassische Grünalgen bevorzugen schattige, dauerfeuchte Nord- und Wetterseiten. Rotalgen sind durch ihren eingebauten UV-Schutz deutlich robuster. Sie vertragen intensive Sonne, große Temperaturschwankungen und überstehen sogar wochenlange Trockenheit, indem sie einfach in eine Ruhephase gehen und beim nächsten Regen wieder aktiv werden. Deshalb können sie auch dort auftauchen, wo man Algen zunächst nicht vermutet, etwa an besonnten Süd- oder Ostfassaden.

Erkennbar sind sie an einer Färbung, die von hellrot über rostrot bis rotbraun reicht. Häufig zeigen sie sich in Form von Streifen, die von oben nach unten über die Wand verlaufen. Das liegt daran, dass ablaufendes Regenwasser die Sporen und den Belag nach unten verteilt, besonders unterhalb von Fensterbänken, Kanten und Übergängen. Auffällig ist oft, dass die Fläche direkt unter einem schützenden Dachvorsprung sauber bleibt, während sich darunter die Streifen bilden. Das zeigt, wie stark die Verteilung des Wassers das Schadbild bestimmt.

Warum treten rote Streifen heute häufiger auf?

Dass rote Streifen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben, ist kein Zufall, sondern hängt eng mit moderner Bauweise zusammen. Fast alle Neubauten und viele sanierte Häuser haben heute eine Wärmedämmung. Die hält die Heizwärme im Haus, entkoppelt aber die äußere Putzschicht thermisch vom warmen Innenraum. Bei einem alten, ungedämmten Haus strömt ständig etwas Wärme nach außen und hält die Wand leicht temperiert, sodass sie schnell abtrocknet. Eine gut gedämmte Wand dagegen kühlt in klaren Nächten stark aus, oft unter die Außenlufttemperatur, und dann schlägt sich Tauwasser auf dem Putz nieder, ähnlich wie auf einer beschlagenen Autoscheibe. Dieser dünne, langanhaltende Feuchtefilm ist genau das, was die Algen zum Wachsen brauchen.

Verstärkt wird das durch konstruktive Details. Fehlt ein ausreichender Dachüberstand, trifft Schlagregen ungebremst auf die Wand. Schlecht ausgebildete Tropfkanten an Fensterbänken, Gesimsen oder Rollladenkästen lassen das Wasser in konzentrierten Bahnen ablaufen, und genau entlang dieser feuchten Spuren bilden sich die typischen Streifen. Dazu kommen schattige, schlecht durchlüftete Lagen und zu dichte Bepflanzung, die das Abtrocknen bremsen. Auch Feuchtigkeit von innen spielt mit: Ein im Winter dauerhaft gekipptes Fenster lässt warme, feuchte Raumluft nach außen strömen, die an der kalten Wand direkt über dem Fenster kondensiert und dort eine dauerfeuchte Zone schafft.

Wie gefährlich sind Rotalgen wirklich?

Hier lohnt eine nüchterne, ehrliche Einordnung, denn im Netz kursieren dazu sehr unterschiedliche Aussagen.

Für die Gesundheit sind Rotalgen unbedenklich. Sie bilden keine Giftstoffe und sind nicht mit Schwarzschimmel zu verwechseln, der ein ganz anderes, pilzliches Problem darstellt und tatsächlich gesundheitlich relevant sein kann. Auch für Haustiere besteht keine Gefahr: Hunde und Katzen können an einer befallenen Wand schnuppern oder sich daran reiben, ohne dass Reizungen oder Vergiftungen drohen. Wer rote Streifen an der Fassade hat, muss sich um Gesundheit oder Raumluft also keine Sorgen machen. (Nicht mit rotem Schimmel verwechseln)

Auch für die Bausubstanz geht von den Algen selbst keine unmittelbare Gefahr aus. Nach heutigem fachlichem Kenntnisstand schädigt reiner Algenbewuchs die Fassadenoberfläche nicht direkt, denn Algen betreiben Fotosynthese und ernähren sich vom Sonnenlicht, statt Material aus dem Putz herauszulösen. Sie sitzen als dünner Film auf der äußersten Schicht.

Die eigentliche Gefahr ist eine andere und verläuft schleichend über mehrere Stufen. Der Belag wirkt wie ein Schwamm, hält Regen- und Tauwasser fest und verhindert das Abtrocknen. Auf dieser dauerfeuchten, mit Staub und Pollen angereicherten Grundlage siedeln sich mit der Zeit anspruchsvollere Organismen an: Moose, Flechten und Schwärzepilze, denen die Algen teils sogar als Nahrung dienen. Und die sind deutlich hartnäckiger. Anders als die oberflächlich wachsenden Algen treiben sie feine Wurzelfäden aktiv in die Kapillaren und Mikroporen des Putzes, sprengen das Gefüge mikroskopisch auf und vergrößern Haarrisse. Zusätzlich scheiden sie Säuren aus, die die mineralischen Bindemittel des Putzes angreifen. In den so entstandenen Rissen sammelt sich Wasser, das im Winter gefriert und den Putz bei der Frostsprengung abplatzen lässt. Im schlimmsten Fall dringt Wasser bis in die Dämmung vor. Rote Streifen sind deshalb vor allem eines: ein sichtbares Warnsignal, dass Ihre Wand dauerhaft zu feucht bleibt. Wer früh reagiert, verhindert, dass aus einem optischen Makel über die Jahre ein echtes Substanzproblem wird.

Wie wird man Rotalgen wieder los?

Rotalgen sind erfahrungsgemäß etwas zäher als gewöhnliche Grünalgen, und das hat mit ihrer Trockenheitstoleranz zu tun. Bei ungünstigen Bedingungen bilden sie besonders widerstandsfähige Dauerzellen, die tief in den Putzporen sitzen und dort selbst Frost und jahrelange Trockenheit überstehen. Wird nur der sichtbare Belag abgewaschen, überleben diese Zellen und treiben schon bald wieder aus. Entscheidend ist deshalb eine Reinigung, die in der Tiefe wirkt.

Vom Hochdruckreiniger ist bei empfindlichen Putz- und Dämmfassaden besonders ohne Erfahrung eher abzuraten. Der harte Strahl raut die Oberfläche auf und presst Feuchtigkeit ins Material, was den nächsten Bewuchs eher beschleunigt. Sinnvoller ist ein schonendes Vorgehen: Ein geeignetes Mittel löst und tötet den Belag samt Sporen in den Poren ab, danach wird mit niedrigem Druck abgespült. Weil sich ein Teil des roten Farbstoffs erst nach und nach über die natürliche Bewitterung abbaut, kann es einige Zeit dauern, bis die Fläche vollständig sauber ist.

Damit der Erfolg hält, gehören zwei Dinge dazu. Erstens sollte die Ursache angegangen werden, also alles, was die Wand feucht hält, von zu dichter Bepflanzung bis zu verstopften Dachrinnen und schlechten Tropfkanten. Zweitens lohnt sich ein abschließender Schutz. Eine wasserabweisende, zugleich diffusionsoffene Versiegelung lässt Regen abperlen, während die Wand weiter atmen kann, und hält die Fläche so über Jahre trockener und damit algenärmer. Bei einem ohnehin anstehenden Neuanstrich sind mineralische Systeme eine gute Wahl, weil sie über ihren hohen natürlichen pH-Wert dem Bewuchs die Grundlage entziehen, ganz ohne Chemie, die mit der Zeit ausgewaschen wird.

Und was ist mit Hausmitteln?

Die gute Nachricht vorweg: Bei einem kleinen, frischen und noch leichten Befall auf einer gut erreichbaren Stelle kann ein mildes Hausmittel durchaus ein erster Versuch sein. Wichtig ist nur, das richtige Mittel für den Untergrund zu wählen und zu wissen, wo die Grenzen liegen.

Am ehesten geeignet ist auf mineralischem Putz eine milde, basische Lösung, etwa aus Soda oder Natron. Sie wirkt alkalisch und damit dem Algenwachstum entgegen, ohne den mineralischen Untergrund chemisch anzugreifen. Wie Sie dabei genau vorgehen und was Sie beachten sollten, lesen Sie in unserem Beitrag „Fassade reinigen mit Natron“. Bei anderen beliebten Mitteln lohnt ein genauer Blick, denn nicht jedes passt zu jeder Wand. Essig und Zitronensäure etwa wirken zwar gegen Algen, greifen aber genau den mineralischen Putz an, auf dem Rotalgen besonders gern sitzen. Von Kochsalz ist wegen möglicher Schäden an Mauerwerk und Pflanzen abzuraten. Und von Chlor sollten Privatpersonen ganz die Finger lassen. Warum das so ist und was dabei zu beachten wäre, lesen Sie in unserem Beitrag „Fassade reinigen mit Chlor“.

Für eine kleine, gut erreichbare Stelle ist ein passendes Hausmittel also einen Versuch wert. Nehmen die roten Streifen größere Flächen ein oder kommen sie trotz Behandlung immer wieder, ist eine schonende, tiefenwirksame Reinigung der verlässlichere Weg, zumal sich eine ganze Hauswand von Hand ohnehin kaum sicher und gleichmäßig erreichen lässt.

Übrigens: Rote Streifen sind nur eine von mehreren Erscheinungsformen von Fassadenbewuchs. Je nach Bedingungen zeigt sich der Bewuchs auch als flächiger Grünbelag oder als grünlicher Belag mit Grünspan-Charakter. Gerade an gut gedämmten Wänden, die ohnehin schnell vergrünen, lohnt sich eine schonende, tiefenwirksame Behandlung besonders.

So hilft Purify

Genau auf die schonende Entfernung von Rotalgen und anderem Bewuchs ist Purify spezialisiert. Wir schauen uns Ihre Fassade an, bestimmen, worum es sich beim Belag handelt und woher die Feuchtigkeit kommt, und reinigen material- und umweltschonend im Niederdruckverfahren, sodass die Algen auch in der Tiefe entfernt werden. Dank Teleskoptechnik ist das meist sogar ohne Gerüst möglich, und mit dem passenden Zeitpunkt für die Reinigung hält das Ergebnis länger. Auf Wunsch versiegeln wir die Fläche anschließend mit einem Langzeitschutz.

Melden Sie sich gern für ein kostenloses Erstgespräch oder sichern Sie sich eine kostenlose Probefläche. Wir beraten Sie unverbindlich und erstellen Ihnen ein passendes Angebot für Ihr Haus.

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