Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Feuchtigkeit im Alltag entsteht, warum sie sich ausgerechnet an kalten Stellen sammelt, wie daraus die berüchtigten schwarzen Streifen über dem Fenster werden und wie Sie mit richtigem Lüften beiden Seiten der Wand etwas Gutes tun.
Die Menge an Wasser, die im Alltag in die Raumluft gelangt, wird gern unterschätzt. Ein Vierpersonenhaushalt gibt pro Tag zwischen sechs und zwölf Liter Wasser an die Umgebung ab, allein durchs Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen. Jeder Mensch steuert über zwei Liter Wasserdampf täglich bei. Diese Feuchtigkeit muss irgendwohin, und wenn sie nicht durch Lüften nach draußen gelangt, schlägt sie sich im Haus nieder.
Entscheidend ist dabei ein oft übersehener Punkt: Nicht die Luftfeuchtigkeit im Raum allein ist das Problem, sondern die Temperatur der Oberflächen. Feuchtigkeit kondensiert immer dort, wo es am kältesten ist.
Warme Luft kann viel Wasserdampf aufnehmen, kühle Luft deutlich weniger. Trifft die warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Oberfläche, kühlt sie dort ab und gibt einen Teil ihrer Feuchtigkeit als Kondenswasser ab. Genau das kennt jeder vom beschlagenen Badezimmerspiegel.
In der Wohnung sind die kalten Stellen die Wärmebrücken: die Fensterlaibungen, die Außenecken, die Bereiche hinter großen Möbeln, die dicht an der Außenwand stehen, und schlecht gedämmte Wandabschnitte. Dort schlägt sich die Feuchtigkeit zuerst nieder, und dort entsteht bei anhaltender Nässe Schimmel. Ein zu selten beheizter Raum verschärft das Problem, weil kalte Wände die Kondensation zusätzlich begünstigen.
Dasselbe Gefälle sorgt dafür, dass ein Teil der Feuchtigkeit nach außen wandert. Warme Innenluft enthält in absoluten Zahlen deutlich mehr Wasser als die kalte Außenluft im Winter, selbst wenn diese sich feucht anfühlt. Dieser Überdruck drückt den Wasserdampf durch die Wand und durch jede undichte Fuge nach draußen, wo er an der kühlen Außenseite wieder kondensieren kann.
Ein besonders verbreitetes Schadensbild zeigt, wie unmittelbar das Raumklima die Fassade treffen kann: dunkle Streifen und Schlieren unmittelbar über den Fenstern, und zwar bevorzugt über den Fenstern von Schlafzimmern, Küchen und Bädern, also den Räumen mit der höchsten Feuchtigkeit. Die häufigste Ursache ist ein dauerhaft gekipptes Fenster.
Der Ablauf ist eine kleine Kettenreaktion. Aus dem oberen Spalt des gekippten Fensters strömt ununterbrochen warme, feuchte Raumluft nach außen. Über dem Fenster trifft sie auf den kalten Sturz und die kühle Fassade, kühlt schlagartig ab und gibt ihre Feuchtigkeit als dünnen Wasserfilm auf dem Putz ab. Dieser dauerfeuchte Film wirkt wie ein Magnet für alles, was in der Luft schwebt: Feinstaub, Ruß aus dem Verkehr und Pollen bleiben daran haften und bilden mit der Zeit die typischen dunklen Schmutzstreifen, besonders auf rauem Putz und auf gedämmten Fassaden.
Auf diesem nährstoffreichen Schmutzfilm siedeln sich anschließend Schwärzepilze, Moose und Algen an. Der Bewuchs trocknet nach Regen kaum noch ab und verdichtet sich, was die Fassade zusätzlich am Austrocknen hindert. Weil Feuchtigkeit der Hauptfeind jeder Putzfassade ist, kann aus dem zunächst optischen Makel mittelfristig ein echter Schaden werden, mit Rissen im Putz und Abplatzungen. Anders als der übrige Bewuchs an der Fassade, der meist von außen kommt, lässt sich dieser Streifen über dem Fenster fast immer direkt auf das Lüftungsverhalten zurückführen.
Das Ziel beim Lüften ist ein hoher Luftaustausch in kurzer Zeit, ohne dass die Wände auskühlen. Das gelingt mit Stoßlüften und noch besser mit Querlüften, bei dem gegenüberliegende Fenster gleichzeitig weit geöffnet werden, sodass ein kräftiger Durchzug entsteht.
Wie lange, hängt von der Jahreszeit ab. Im Winter genügen wegen des großen Temperaturunterschieds wenige Minuten, im Sommer muss länger gelüftet werden, weil der Austausch bei ähnlichen Temperaturen langsamer läuft. Als Faustregel sollten Sie drei- bis viermal täglich lüften und nach dem Duschen, Kochen und Wäschetrocknen sofort für Durchzug sorgen.
Vom dauerhaften Kippen im Winter ist dagegen abzuraten, weil es die Bausubstanz auskühlt, Heizenergie verschwendet, kaum Luft austauscht und genau die Streifen über dem Fenster verursacht. Ein kurzes Kippen im Anschluss an das Stoßlüften kann sinnvoll sein, um Restfeuchte langsam entweichen zu lassen, das dauerhafte Kippen über Stunden ist es nicht.
Ergänzend hilft das richtige Zusammenspiel aus Heizen und Lüften. Halten Sie alle Räume möglichst gleichmäßig temperiert und vermeiden Sie es, feucht-warme Luft aus Wohnzimmer oder Küche in ein kühles, ungeheiztes Schlafzimmer strömen zu lassen, denn dort kühlt sie sofort ab und schlägt sich an den kalten Außenwänden nieder. Zimmertüren zwischen unterschiedlich warmen Räumen bleiben deshalb besser geschlossen. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 40 und 60 Prozent gilt als ideal und lässt sich mit einem einfachen Hygrometer im Blick behalten. Und rücken Sie große Möbel ein paar Zentimeter von den Außenwänden ab, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
Im Keller gilt im Sommer die umgekehrte Logik. Die warme, schwüle Außenluft ist feucht, und wenn sie durch geöffnete Fenster auf die kalten, erdgekühlten Kellerwände trifft, kondensiert sie genau dort. Wer im Sommer tagsüber die Kellerfenster öffnet, macht den Keller also feuchter statt trockener. Lüften Sie den Keller im Sommer daher nur in den kühlen Nacht- und frühen Morgenstunden. Im Winter dagegen ist die kalte Außenluft sehr trocken und nimmt beim kurzen Stoßlüften Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk mit nach draußen.
So wichtig das richtige Lüften ist, es ersetzt nicht den Schutz der Fassade von außen. Eine Wand vergrünt vor allem dort, wo sie lange feucht bleibt, und das entscheidet sich überwiegend an der Außenseite. Das Raumklima nimmt Ihnen also einen Teil der Feuchtelast ab, den entscheidenden Hebel gegen Algen und Grünbelag bildet aber eine Fassade, die schnell wieder abtrocknen kann.
Zeigt sich der Bewuchs bereits, hilft eine schonende Reinigung, gefolgt von einem diffusionsoffenen Schutz. Eine kapillaraktive, mineralische Beschichtung nimmt anfallendes Tauwasser auf und lässt es nach Sonnenaufgang rasch wieder verdunsten, was die Zeit verkürzt, in der die Wand nass ist, und dem Bewuchs die Grundlage entzieht.
Warum sich gerade an gut gedämmten Wänden schnell Grünbelag bildet, lesen Sie in unserem Beitrag dazu, und wie sich Algen und Grünbelag dauerhaft entfernen lassen, erfahren Sie ebenfalls im passenden Ratgeber. Auch für gedämmte Fassaden im Besonderen haben wir die wichtigsten Punkte zusammengestellt.
Um das Raumklima kümmern Sie sich am besten selbst, um die Fassade kümmern wir uns. Purify entfernt Algen, Grünbeläge und die dunklen Streifen über den Fenstern schonend im Niederdruckverfahren, ohne die Oberfläche anzugreifen, und schützt die Wand auf Wunsch mit einem diffusionsoffenen Langzeitschutz, der sie trockener und damit länger sauber hält. Dank Teleskoptechnik arbeiten wir meist ganz ohne Gerüst, und den richtigen Zeitpunkt für die Reinigung stimmen wir mit Ihnen ab.
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