Viele Hausbesitzer machen die Beschaffenheit der Fassade für Verschmutzungen verantwortlich, also den Putz, die Farbe oder die Dämmung. Tatsächlich entscheidet aber oft die Lage des Hauses darüber, welcher Schmutz sich ansammelt und wie schnell das geschieht. Wer weiß, womit er an seinem Standort rechnen muss, kann gezielter vorbeugen.
Dieser Ratgeber zeigt, was an drei typischen Standorten passiert (am Waldrand, an der Hauptstraße und im Neubaugebiet) und welche Rolle Pflanzen direkt vor der Wand spielen.
Eine Fassade verschmutzt auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten. Zum einen lagern sich Partikel aus der Luft ab: Ruß, Feinstaub, Pollen, Staub. Zum anderen siedeln sich Lebewesen an, also Algen, Moose und Flechten, die Feuchtigkeit und Nährstoffe brauchen. Welcher der beiden Mechanismen überwiegt, hängt stark von der Umgebung ab, vom Mikroklima und von der Luftqualität.
Der entscheidende Faktor für biologischen Bewuchs ist dabei fast immer die Trocknungsgeschwindigkeit. Algen und Pilze brauchen eine Oberfläche, die dauerhaft feucht bleibt. Eine schattige, windstille Nordwand verhält sich deshalb völlig anders als eine sonnige, gut durchlüftete Südseite. Dieser eine Punkt, wie schnell die Wand wieder abtrocknet, zieht sich durch alle folgenden Standorte.
Wer nahe am Wald wohnt, schätzt die Ruhe und das Grün, kämpft aber häufig mit grünlichen oder schwärzlichen Belägen an der Fassade. Der Grund ist das feuchte Mikroklima. Bäume spenden Schatten, halten die Luftfeuchtigkeit hoch und bremsen den Wind, der die Fassade sonst trocknen würde. Eine Wand, die nach Regen oder morgendlichem Tau lange feucht bleibt, ist der ideale Lebensraum für Mikroorganismen.
Dazu kommt ein ständiger Nährstoff-Nachschub. Pollen, Blütenstaub, herabfallende Blätter und feiner organischer Staub liefern genau das, wovon Algen und Moose leben, und lagern sich gut in den rauen Putzoberflächen moderner Fassaden ab. Am stärksten betroffen sind die Nord- und Wetterseiten sowie Bereiche unter Dachüberständen, Fensterbänken und Vordächern, wo es dauerhaft kühl und schattig bleibt.
Typische Verschmutzungen am Waldrand:
An stark befahrenen Straßen sieht das Schmutzbild ganz anders aus. Hier dominieren nicht lebende Organismen, sondern Partikel aus dem Verkehr. Abgase, Rußpartikel, Feinstaub sowie Reifen- und Bremsabrieb wirbeln auf und legen sich nach und nach auf die Fassade. Das Ergebnis ist ein grauer bis schwärzlicher, oft leicht fettiger Film, der sich besonders im unteren Fassadenbereich ansammelt.
Diese Verschmutzung ist tückisch, weil sie schleichend kommt. Sie wächst nicht punktuell wie Moos, sondern verdunkelt die ganze Fläche gleichmäßig. Viele bemerken es erst, wenn sie eine verdeckte Stelle freilegen, etwa hinter einem Schild oder einem Briefkasten, und den Kontrast zur sauberen Originalfarbe sehen. Helle und glatte Fassaden zeigen den Schleier deutlich früher als raue oder dunkle.
Typische Verschmutzungen an der Hauptstraße:
Das Neubaugebiet ist ein Sonderfall, weil sich die Lage über die Jahre verändert. In der Bauphase dominiert mineralischer Staub. Feiner Zement-, Sand- und Schleifstaub von den umliegenden Baustellen liegt buchstäblich in der Luft und setzt sich überall ab. Solange ringsum noch gebaut wird, ist eine gewisse Grundverschmutzung kaum zu vermeiden.
Mit der Zeit ändert sich das Bild, und hier wird es bauphysikalisch interessant. Fast alle Neubauten haben heute eine Wärmedämmung. Genau die macht die Fassade anfälliger für Algen, und der Grund ist verblüffend. Bei einem ungedämmten, massiven Haus strömt ständig etwas Wärme von innen nach außen und hält die Außenwand leicht temperiert, sie trocknet also schnell ab. Eine gut gedämmte Wand lässt diese Wärme nicht mehr durch. Die dünne äußere Putzschicht ist vom warmen Innenraum praktisch abgekoppelt. In klaren Nächten strahlt sie ihre Wärme in den Himmel ab und kühlt unter die Außenlufttemperatur. Auf dieser kalten Oberfläche schlägt sich Tauwasser nieder, ein dünner, langanhaltender Feuchtefilm und die perfekte Lebensgrundlage für Algen.
Deshalb vergrünen ausgerechnet moderne, energieeffiziente Häuser oft überraschend schnell, während alte ungedämmte Wände länger sauber bleiben. Das ist ein bekanntes, bauphysikalisch bedingtes Phänomen und in aller Regel kein Baumangel.
Ein verräterisches Erkennungsmerkmal sind helle, kreisrunde Flecken auf einer ansonsten vergrünten Wand, die sogenannten Dübelabzeichnungen. An den Befestigungspunkten der Dämmplatten leitet der Dübel ein winziges bisschen Wärme nach außen. Dort bleibt der Putz minimal wärmer, trocknet schneller und veralgt nicht.
Typische Verschmutzungen im Neubaugebiet:
Egal an welchem Standort, eine Hecke, ein Strauch oder ein Baum unmittelbar vor der Fassade verschärft das Feuchteproblem erheblich. Dicht stehende Vegetation tut gleich dreierlei. Sie bremst den Wind in Wandnähe fast auf null, sodass feuchte Luft nicht mehr abtransportiert wird. Sie wirft Dauerschatten, sodass die Sonne das Tauwasser nicht mehr wegtrocknen kann. Und sie liefert mit Pollen, Laub und organischem Staub reichlich Futter für Algen und Moose. Eine ohnehin schon kühle Dämmfassade wird so endgültig zur Dauerfeucht-Zone.
Als einfache Faustregel gilt deshalb: Hecken und Sträucher gehören nicht direkt an die Wand, sondern mit spürbarem Abstand davor, damit Luft zirkulieren und Sonne die Fläche erreichen kann. Bei Bäumen orientiert man sich eher an der späteren Endhöhe und am Wurzelraum.
Beim Efeu scheiden sich die Geister, und das aus gutem Grund. Auf einer intakten, robusten Wand kann er sich durchaus lohnen. Sein dichtes Blattkleid beschattet die Fassade im Sommer, hält über die ruhende Luftschicht im Winter etwas Wärme im Haus und schirmt den Putz vor Schlagregen und Sonne ab. Auf einer empfindlichen Dämmfassade oder rissigem Putz kippt diese Rechnung jedoch schnell.
Die geschlossene Blattschicht lässt die Wand nach Regen langsamer abtrocknen und schafft so beste Bedingungen für Moos und im ungünstigen Fall sogar Schimmel. Dazu kommt das mechanische Risiko, denn in bereits offene Risse und Fugen arbeiten sich die Haftwurzeln hinein und vergrößern den Schaden. Und schließlich der Aufwand: Efeu wächst eigenwillig, will mehrmals im Jahr im Zaum gehalten werden und hinterlässt beim Entfernen oft hartnäckige Wurzelreste auf dem Putz. Wer trotzdem begrünen möchte, ist mit einem Rankgerüst auf Abstand zur Wand fast immer besser beraten als mit Direktbewuchs.
Oft treffen mehrere Faktoren zusammen, etwa ein gedämmter Neubau am Waldrand oder ein Altbau an der Hauptstraße mit schattiger Nordwand. Drei Fragen helfen bei der Einschätzung:
So unterschiedlich die Ursachen sind, so klar ist das Ziel: eine saubere Fassade, die nicht nach kurzer Zeit wieder verschmutzt. Hat sich bereits ein grauer Film oder grüner Bewuchs gebildet, kommt es auf eine schonende Reinigung an, die den Putz nicht aufraut und die Sporen wirklich in der Tiefe entfernt, statt sie nur oberflächlich zu verteilen.
Genau darauf ist Purify spezialisiert. Wir schauen uns Ihre Situation an, ordnen ein, woher die Verschmutzung an Ihrem Standort kommt, und reinigen Ihre Fassade material- und umweltschonend, damit sie dauerhaft sauber bleibt.
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