Efeu und andere Kletterpflanzen sehen an der Hauswand oft schön aus, hinterlassen beim Entfernen aber ein Problem. Ist die Pflanze ab, kleben ihre Haftwurzeln weiter fest an der Fassade und lassen sich nur schwer lösen. Wer sie einfach abreißt, riskiert Schäden am Putz. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Haftwurzeln von Kletterpflanzen an der Fassade Schritt für Schritt und möglichst schonend entfernen, worauf Sie rechtlich achten müssen und wie Sie am Ende wieder eine gleichmäßig saubere Wand bekommen.
Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein halten sich nicht an einem Rankgitter fest, sondern direkt an der Wand. Efeu bildet dafür kleine Haftwurzeln, Wilder Wein sogenannte Haftscheiben. Sie sondern einen natürlichen Klebstoff ab, der aushärtet und sich fest mit der Oberfläche verbindet.
Wichtig zu wissen: Auf einer intakten, dichten Fassade sitzt der Efeu nur oberflächlich auf. Er entzieht der Wand weder Wasser noch Nährstoffe und „frisst“ den Putz auch nicht auf, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Zum Problem wird er erst dort, wo der Putz bereits Risse, offene Fugen oder poröse Stellen hat. Dann wachsen die feinen Wurzeln in diese Hohlräume hinein, verdicken mit der Zeit und können mit ihrer Sprengkraft ganze Putzstücke absprengen. Genau deshalb bricht auch beim gewaltsamen Abreißen von frischem Efeu oft der Putz mit heraus.
Bevor Sie loslegen, ein entscheidender Punkt, den viele nicht kennen: Dichter Fassadenbewuchs ist ein wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten und deshalb gesetzlich geschützt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist das großflächige Entfernen von Efeu und anderen Gehölzen zwischen dem 1. März und dem 30. September grundsätzlich untersagt, um brütende Vögel zu schützen. Erlaubt ist die vollständige Beseitigung daher nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis Ende Februar.
Kleinere Form- und Pflegeschnitte, etwa an Fenstern, Türen oder Dachrinnen, bleiben ganzjährig erlaubt, solange dabei keine brütenden Vögel gestört werden. Planen Sie eine größere Entfernung also am besten für das Winterhalbjahr. Da einzelne Länder und Kommunen zusätzliche Regeln haben können, lohnt im Zweifel eine kurze Nachfrage bei der zuständigen Behörde.
Efeu sollte man nicht ohne Schutz anfassen. Alle Pflanzenteile sind giftig, und der Pflanzensaft kann die Haut reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Tragen Sie deshalb feste Handschuhe und geschlossene Kleidung. Beim Ablösen trockener Bestände werden außerdem viel Staub, Wurzelpartikel und Sporen frei, weshalb eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille sinnvoll sein können.
Das abgeschnittene Grün gehört nicht ins Feuer, denn das offene Verbrennen von Grünschnitt ist vielerorts verboten und erzeugt dichten Rauch. Da schon kleine feuchte Triebstücke wieder anwurzeln können, lassen Sie das Schnittgut zunächst in der Sonne austrocknen und entsorgen es dann über die Biotonne, den Grünschnitt oder eine kommunale Sammelstelle.
Der schonende Weg besteht aus zwei Phasen. Erst wird die Pflanze zum Absterben gebracht, dann wird sie feucht wieder abgelöst.
Kappen Sie zunächst alle Haupttriebe knapp über dem Boden und lassen Sie den Bewuchs zwei bis vier Wochen unberührt an der Wand. In dieser Zeit trocknet die Pflanze aus, und der Haftkleber verliert einen großen Teil seiner Klebkraft. Anschließend wässern Sie die Fläche kräftig, zum Beispiel mit dem Gartenschlauch oder nach einer längeren Regenphase. Die abgestorbenen Wurzeln quellen dabei auf und lösen sich deutlich leichter. Ziehen Sie die Ranken nun von oben nach unten ab, dabei möglichst flach und parallel zur Wand statt gerade nach vorne, damit kein Putz mitgeht. Dicke, festsitzende Holztriebe trennen Sie mit einem flach geführten, scharfen Werkzeug direkt an der Putzoberfläche ab.
Übrig bleiben die feinen Haftwurzeln, und hier entscheidet das Fassadenmaterial über die Methode.
Zwei Dinge sind dabei absolut tabu: Auf einem Wärmedämmverbundsystem darf niemals mit offener Flamme oder einem Gasbrenner gearbeitet werden, weil die Dämmung darunter schmelzen und sich sogar entzünden kann. Und bei älteren Faserzementplatten, oft unter dem Namen Eternit bekannt, besteht Asbestgefahr. Hier ist jede abrasive Bearbeitung verboten, solche Flächen gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
Von zwei beliebten Hausmitteln sollten Sie ebenfalls die Finger lassen. Essig greift kalkhaltige Putze an und schädigt die Oberfläche, und Salz führt zu Ausblühungen im Mauerwerk. Beide lösen die Haftwurzeln nicht zuverlässig und töten vor allem die Pflanze nicht dauerhaft ab, sodass der Efeu einfach wieder austreibt. Warum gerade Essig bei Efeu enttäuscht, zeigen wir ausführlich im Beitrag Efeu entfernen mit Essig.
Auch wenn alle Wurzeln entfernt sind, zeigt sich auf hellen Putzfassaden fast immer ein dunkles, verästeltes Abbild des früheren Bewuchses, der sogenannte Efeu-Schatten. Er entsteht durch pflanzliche Farb- und Gerbstoffe, die tief in die Poren gezogen sind. Streicht man einfach mit normaler Fassadenfarbe darüber, löst das Wasser im Anstrich diese Stoffe wieder an, und das Muster schlägt als bräunliche Flecken durch.
Der richtige Weg ist deshalb: die Fläche zuerst gründlich reinigen.
Damit der Efeu nicht einfach nachwächst, sollten Sie den Wurzelstock im Boden möglichst vollständig ausgraben. Ist das wegen Pflasterung oder Fundamenten nicht möglich, helfen Alternativen wie das konsequente Abschneiden aller neuen Triebe über eine ganze Saison oder das lichtdichte Abdecken der Fläche über mehrere Monate.
Bei kleinen, gut erreichbaren Flächen kann man die Haftwurzeln selbst entfernen. Sobald aber größere Flächen, Arbeiten in der Höhe, empfindliche Putz- und Dämmfassaden oder ein nötiger Sanierungsaufbau mit Sperrgrund und Anstrich ins Spiel kommen, spricht vieles für den Fachbetrieb. Er verfügt über schonende Verfahren wie das Niederdruckverfahren, arbeitet sicher in der Höhe, fängt das Schmutzwasser fachgerecht auf und entfernt die Reste, ohne die Fassade zu beschädigen. Genau darauf ist Purify spezialisiert.
Wenn Sie Ihre Fassade weiter begrünen möchten, setzen Sie besser auf ein Rankgerüst mit Abstand zur Wand statt auf Selbstklimmer direkt am Putz. Zusätzlich lässt sich der Bewuchs mit einer glatten Klettersperre aus Metallblech begrenzen, an der die Haftwurzeln keinen Halt finden. Halten Sie außerdem eine bewuchsfreie Zone um Fenster, Dachrinnen, Fallrohre, Rollläden und Lüftungsschlitze frei und schneiden Sie den Bestand mindestens einmal im Jahr zurück. So genießen Sie das Grün, ohne dass sich erneut Haftwurzeln festsetzen oder Bauteile beschädigt werden.
Sie möchten Efeu-Reste oder hartnäckige Haftwurzeln von Ihrer Fassade entfernen lassen? Melden Sie sich gern für ein kostenloses Erstgespräch oder sichern Sie sich eine kostenlose Probefläche. So sehen Sie vorab, wie schonend sich Ihre Fassade wieder sauber bekommen lässt.